Totenversorgung
Fürsorge und Umsorgen
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, jeden verstorbenen Menschen in unserem Haus gut zu versorgen. Dazu gehört das Waschen, Frisieren und Anziehen der verstorbenen Person.
Gibt es einen Unglücksfall durch Unfall, Gewalt oder Suizid, dann reicht die herkömmliche Versorgung meist nicht aus. Teilweise haben Verstorbene schwere äußere Verletzungen. Seinen geliebten Menschen so zu sehen, kann sehr belastend und verstörend sein.
Ein verstorbener Mensch, der uns anvertraut wird, ist Gast in unserem Haus. Wir sorgen für ihn und umsorgen ihn.
Diese über die Hygiene hinausgehende Versorgung der Toten ist die Thanatopraxie (Griechisch thanatos – Tod; praxia – Handwerk). Unter unseren Bestattern arbeiten auch Thanatopraktiker mit viel Erfahrung. Sie nehmen ihren Beruf sehr ernst, und es ist uns ein großes Anliegen, betroffenen Familien einen Abschied am offenen Sarg zu ermöglichen, egal wie schwer die Verletzungen sind. Denn gerade bei einem plötzlichen Tod ist der Abschied von großer Bedeutung, um in eine gute Trauerverarbeitung starten zu können. Mit der Ermöglichung eines Abschiedes wird es möglich, dass der Kopf versteht, was das Herz kaum zu fassen vermag.
Gut für die Toten zu sorgen – als Menschen und nicht als Leichname – das ist uns wichtig. Und den Abschied so zu gestalten, dass die, die damit weiterleben in eine gute Trauerarbeit starten können.

© Norman Pretschner
„Es war unglaublich zu erleben, wie selbstverständlich die Kinder (8 und 11) mit ihrer toten Mutter umgegangen sind. Wir haben geweint, erzählt und zusammen entschieden, was meine Frau mit in den Sarg bekommen soll. Es war ein so friedliches Bild, nach all dem Schrecken.“ Ehemann, 45, Suizid der Frau
„Das Sargbemalen war etwas so Bewegendes mit den Schulkameraden und Freunden meiner Tochter. Das hat mir für die Beerdigung Kraft gegeben.“ Mutter, 39, Tochter Unfall mit 14
„Ihn so tot im Sarg liegen zu sehen, hatte etwas Friedliches, obwohl man seine Verletzungen anhand der Pflaster erkennen konnte. Ich bin so dankbar, diese Chance bekommen zu haben, obwohl ich große Angst hatte.“ Lebensgefährte, 54, Lebensgefährte Suizid
„Wenn der Tod plötzlich kommt und die Angehörigen keine Chance haben sich zu verabschieden,
kann daraus eine traumatisierende Erfahrung werden.“
Nicole Rinder und Florian Rauch